Rahmenprogramm im TECHNOSEUM

Im Rahmen der Ausstellung finden spannende Veranstaltungen und Vorträge rund um das Thema ENTSCHEIDEN statt.

Mittwoch, 15. November 2017, 18 Uhr – Auditorium Ebene A, Eintritt frei

Volksentscheide

Volksentscheide wie der über den Brexit forcieren die Diskussion. Von vielen als das Mittel direkter Demokratie bezeichnet, sind sie in Deutschland ausschließlich auf Länderebene erlaubt. Sollen wir das ändern? Ja, sagen die einen, das entspreche dem Willen der Verfassung, die festschreibe „alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen ... ausgeübt.“ Nein, sagen die anderen, die Abstimmungsbeteiligung liege bei Volksentscheiden unter 50 Prozent und bei den Abstimmen- den seien Mittel- und Oberschicht überrepräsentiert. Man könne nicht von einem wirklichen „Volksentscheid“ sprechen.

Referent Prof. Dr. Frank Decker, Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn


Mittwoch, 6. Dezember 2017, 18 Uhr – Auditorium Ebene A, Eintritt frei

Kopf oder Bauch? Wie Menschen entscheiden!

Von der Antike bis ins 20. Jahrhundert galt das Ideal: Menschen sollen Entscheidungen treffen, indem sie rational abwägen. Philosophen sahen Gefühle dabei als störende Ein üsse, die einer nüchternen Abwägung der Argumente im Wege stehen. Die Psychologie des 20. Jahrhunderts zeigte, dass Menschen häu g vom rationalen Ideal abweichen. Sind hier Gefühle

am Werk wie Ängste oder unbewusste Vorurteile, die den rationalen Blick trüben? Hatten die Philosophen recht mit dem vermuteten schädlichen Ein uss des Gefühls? Doch manche vermeintliche Abweichung von der Rationalität kann gut erklärt werden, ohne dass dafür Gefühle verantwortlich gemacht werden müssen. Im Gegenteil zeigt ein anderer Teil der Forschung, dass Gefühle dem rationalen Handeln förderlich sind. Sie geben dem Denken Richtung und steuern kluges Handeln. Wie können wir Verstand und Gefühl aufeinander abstimmen, um uns richtig zu entscheiden?

Referent Prof. Dr. Arndt Bröder, Lehrstuhl für Allgemeine Psychologie an der Universität Mannheim


Mittwoch, 31. Januar 2018, 18 Uhr – Auditorium Ebene A, Eintritt frei

Freier Wille oder graue Materie

Die von der Hirnforschung entfachte Debatte über den
freien Willen greift die Grundfesten unseres humanistischen Menschenbildes an. Unser Erlebnis, mit freiem Willen zu handeln, halten viele Hirnforscher für eine Illusion. Vielmehr determiniere das Gehirn unsere Entscheidungen. Das sieht die Philosophie anders: Eine neurobiologische Determiniertheit könne das Konzept des freien Willens nicht infrage stellen, denn es müsse eine Determiniertheit in Form von Gründen für unsere Entscheidungen geben. Im anderen Fall würden wir völlig zufällig entscheiden und hätten keinen freien Willen.

Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Michael Pauen, Institut für Philosophie der Humboldt- Universität zu Berlin
 und Prof. Dr. Andreas Meyer-Lindenberg, Direktor des Zentralinstitutes für Seelische Gesundheit in Mannheim


Moderation: Prof. Dr. Jochen Hörisch, Lehrstuhl für neuere deutsche Literatur und qualitative Medienanalyse an der Universität Mannheim


Mittwoch, 7. März 2018, 19 Uhr – Arbeiterkneipe Ebene E, Eintritt 8 €

Slam der Entscheidung

Wissenschaftler und Poeten treten gegeneinander
an – im Slam der Entscheidung, einer Mischung aus Science und Poetry Slam. Das Thema: Entscheiden. Vom Sich- entscheiden-Müssen, Sich-nicht-entscheiden-Wollen, Sich-falsch-entschieden-Haben. Und davon, wie das mit dem Entscheiden überhaupt funktioniert. In fünf bis zehn Minuten präsentieren die Slammer ihre Forschungen und Gedanken zum Thema „Entscheiden“ leicht verständlich und unterhaltsam, um die Zuhörer von sich zu überzeugen. Denn am Ende liegt die Entscheidung beim Publikum: Wer darf als Sieger nach Hause gehen?

Akteure: Sciene und Poetry Slammer Einlass ab 18.00 Uhr
 | Vorverkauf an der Museumskasse


Mittwoch, 18. März 2018, 18 Uhr Auditorium Ebene A, Eintritt frei

Manipulation im Supermarkt: Wie wir uns in unseren Kaufentscheidungen beeinflussen lassen

Sonderangebote aktivieren das Belohnungszentrum im Gehirn, ein Fair-Trade-Siegel lässt das Geld lockerer sitzen und eine ansprechende Verpackung lädt zum Zugreifen ein. Kaufent- scheidungen sind weniger rational, als man meinen möchte. Vielmehr bestimmen Emotionen, was im Einkaufswagen lan- det. Das nutzen Konsumforscher und Marketingstrategen aus: Sie planen den Weg durch den Supermarkt an möglichst vielen Produkten vorbei, stellen die teure Ware auf Sichthöhe und werben mit Rabatten, die eigentlich keine sind. Nach welchen Mechanismen funktionieren unsere Konsumentscheidungen? Wie kann man der Manipulation gezielt entgegensteuern?

Referent Prof. Dr. Bernd Weber, geschäftsführender Direktor des Center for Economics and Neuroscience an der Universität Bonn

 

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